Geschichte: Kaiser Maximilian I. und das Renaissance-Fest in Füssen

Warum feiert eine Kleinstadt im Allgäu jedes Jahr ein Renaissancefest? Die Antwort heißt Maximilian I. Der Kaiser kam um 1500 so oft nach Füssen wie in kaum eine andere Stadt seines Reiches. Das Fest Füssen in der Renaissance und der Mittelaltermarkt erinnern an diese Zeit.

Kaiser Maximilian I.: der „letzte Ritter“ in Füssen

Maximilian aus dem Haus Habsburg wurde 1486 römisch-deutscher König und nahm 1508 den Titel Kaiser des Heiligen Römischen Reiches an. Den Beinamen „der letzte Ritter“ verdankt er seiner Liebe zu Turnieren, Jagd und höfischen Festen, in einer Zeit, in der Söldnerheere und Feuerwaffen das alte Rittertum bereits ablösten.

Ein Reich mit fester Hauptstadt gab es damals nicht, der Kaiser regierte unterwegs. Zeitweise verlegte er seinen Regierungssitz nach Füssen. Nach der Überlieferung besuchte er die Stadt bis zu 40-mal.

Kaiser Maximilian I. und Füssen

Vom Kaiserbesuch zum Renaissance-Fest

bis zu 40Besuche des Kaisers in Füssen, nach der Überlieferung
1562gründen Füssener Lautenmacher die erste Zunft ihrer Art in Europa
2 Tagezieht der Festumzug heute durch die Altstadt
1459
Maximilian wird in Wiener Neustadt geboren
1486
Wahl zum römisch-deutschen König
um 1500
Viele Aufenthalte in Füssen, zeitweise Regierungssitz
1508
Maximilian nimmt den Kaisertitel an
1519
Tod des Kaisers in Wels
heute
Fest „Füssen in der Renaissance“ erinnert an die Kaiserbesuche

Die Zahl der Besuche stammt aus der städtischen Überlieferung und ist nicht in jedem Fall urkundlich belegt.

Warum Maximilian Füssen wählte

Füssen lag günstig: an der alten Römerstraße Via Claudia Augusta, auf dem Weg zwischen der Reichsstadt Augsburg und Innsbruck in Tirol, wo Maximilian oft Hof hielt. Über der Altstadt thront das Hohe Schloss, damals Residenz der Augsburger Fürstbischöfe, und in den Bergen ringsum fand der Kaiser die Jagdgebiete, die er schätzte.

Kaiserbesuche, Gäste und Feste in Füssen

Wo der Kaiser war, war der Hof. Mit jedem Besuch kamen Adelige, geistliche und weltliche Fürsten, Ritter, Ratsherren und Zunftmeister nach Füssen, um Maximilian ihre Aufwartung zu machen. Für die Stadt bedeutete das Aufträge, Handel und wachsenden Wohlstand.

Maximilian lud zu großen Festen ein. Unter seinen Gästen in Füssen waren Bischof Friedrich II. von Augsburg und Herzog Wilhelm von Bayern, dazu weitere Würdenträger aus dem ganzen Reich.

Vom Kaiserbesuch zum Fest „Füssen in der Renaissance“

Heute zieht der Festumzug an beiden Tagen des Renaissance-Wochenendes durch die Altstadt. Die Teilnehmer treten als Ritter, Edelleute, Landsknechte, Landvolk, Gaukler und Magier auf. Der Umzug stellt nach, wie der kaiserliche Tross in Füssen einzog und das Kaiserpaar von der Bevölkerung begrüßt wurde.

Zeiten und Treffpunkte stehen im Programm. Parallel läuft im Von-Freyberg-Park der Mittelaltermarkt Füssen mit Händlern und Lagerleben.

Füssen in der Renaissance: die Stadt der Lauten

Die Renaissance hat in Füssen noch eine zweite Spur hinterlassen. 1562 gründeten die Füssener Lautenmacher eine eigene Zunft, die erste ihrer Art in Europa. Instrumentenbauer aus Füssen arbeiteten später in Venedig, Padua und Rom, und die Stadt gilt bis heute als eine Wiege des europäischen Lauten- und Geigenbaus.

Zeitleiste: Maximilian I. und Füssen

  • 1459: Maximilian wird in Wiener Neustadt geboren
  • 1486: Wahl zum römisch-deutschen König
  • Um 1500: wiederholte Aufenthalte in Füssen, nach der Überlieferung bis zu 40
  • 1508: Maximilian nimmt den Kaisertitel an
  • 1519: Tod Maximilians in Wels
  • 1562: Gründung der Füssener Lautenmacherzunft

Häufige Fragen zur Geschichte

Wie oft war Kaiser Maximilian in Füssen?

Nach der Überlieferung bis zu 40-mal. Zeitweise regierte er sein Reich von Füssen aus.

Warum heißt Maximilian „der letzte Ritter“?

Er pflegte Turniere und ritterliche Ideale, während sich die Kriegsführung mit Landsknechten und Feuerwaffen grundlegend änderte. Viele sahen in ihm deshalb den letzten Herrscher der Ritterzeit.

Woran erinnert der Festumzug „Füssen in der Renaissance“?

An den Einzug des Kaisers mit seinem Gefolge in die Stadt und den Empfang durch die Füssener Bürger.

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